Raumgewinn - Musik für eine Elbaue

(2006) 50' / für Mezzosopran, Chor und Blaskapelle mit zwei Texten von Rainer Maria Rilke

Premiere: August 2006, Hitzacker; Anne-May Krüger (Mezzosopran), Kammerchor consonare, Almuth Stümke (Dir.), Blaskapelle Musikverein Harmonie Sulzbach e.V., Thomas Michelfeit (Dir.)
Auftrag: Sommerlichen Musiktage Hitzacker 2006, Markus Fein, Intendant

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Besetzung

Gesang solo (Mezzosopran)
Chor (SATB 16 Stimmen)
Blaskapelle (ca. 40 Spieler insgesamt):
3 Piccoloflöten
6 Klarinetten in Bb (geteilt 1. & 2.)
4 Saxofone (SAAT)
9 Trompeten in Bb
5 Posaunen 
2 Hörner in F
2 Tenorhörner in Bb
2 Euphonium
4 Tuben
3 Schlagzeuger mit je Basstrommel und Tontopf

Programmtext
"Raumgewinn - Musik für eine Elbaue" ist ein Versuch, möglichst ohne Kompromisse eine 50-minütige Musik für avancierte Laien zu komponieren. Dass die Musik im Freien und mit beweglichem Publikum stattfindet, macht die Aufgabe pikanter, jedoch nicht leichter. Es ist ein Spagat zwischen anspruchsvollen Klangspielereien und leicht umsetzbaren Spielweisen. Für die Mitglieder der Blaskapelle "Harmonie" aus Sulzbach gibt es mit Sicherheit einige zunächst rätselhafte Spielanweisungen, die mit Geduld erst erlernt werden müssen. Ebenso für den Chor "Consonanzen" aus Hamburg, der neben dem Singen auch pfeifen und rhythmisch sprechen muss. Die beiden ausgewählten Gedichte von Rainer Maria Rilke spiegeln einerseits eine Wahrnehmungsweise der Natur wider, lassen aber andererseits Raum, eine eigene Klangvorstellung dazu zu entwickeln. In Anlehnung an die Wellenbewegung des Wassers - der zentralen Thematik - spielen Wiederholungen und wiederkehrende Motive eine wesentliche Rolle. Die nach dem "Goldenen Schnitt" angelegte Form verdichtet sich nach ca. 30 Minuten zu einem Gesangssolo - der Vertonung des ersten Rilke-Gedichts - in dem sich die Sängerin, auf einem Podest sitzend, selbst auf einem Tontopf begleitet. Zuvor haben die Blaskapelle, in neun Gruppen gegliedert und auch räumlich verteilt, sowie der Chor ihre nach Stoppuhr koordinierten "Soli". Direkt vor dem Gesangssolo, das eine Art Wendepunkt darstellt, rezitieren die Männer des Chores mit Hilfe von Megaphonen die erste Hälfte eines weiteren Rilke-Gedichts, die zweite Hälfte erklingt nach dem Wendepunkt von den Frauen des Chores, während alle Beteiligten das Stück mit lang gezogenen Tönen ausklingen lassen.


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