Mike Svoboda

Mike Svoboda wurde 1960 auf der Pazifikinsel Guam geboren, wuchs in Chicago auf und kam 1982 nach Abschluss seiner Studien (Komposition und Dirigieren) dank eines Kompositionspreises nach Deutschland.

 

Von entscheidender Bedeutung für seinen künstlerischen Weg war die elf Jahre währende Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen. Frucht des Austausches mit diesem und mit anderen Komponisten wie Peter Eötvös, Helmut Lachenmann, Martin Smolka oder Frank Zappa sind die mehr als 400 Uraufführungen, die Svoboda in den vergangenen zwanzig Jahren als Posaunist realisieren konnte. Nach der Zusammenarbeit mit Stockhausen wandte sich Mike Svoboda in den frühen Nullerjahren wieder den eigenen Kompositionsarbeiten zu. Etliche Orchester und Theater – darunter das Staatstheater Hannover, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Stuttgart und das Opernhaus Chemnitz –, aber auch beispielsweise der Südwestfunk beauftragten ihn, Orchesterwerke oder abendfüllende Bühnenstücke zu komponieren. Renommierte Festivals wie die Niedersächsischen Musiktage und „mouvement – Musik im 21. Jahrhundert“ luden ihn als Artist in Residence ein.

 

Die Hauptwerke der letzten Jahre sind  „Inner Antiphony“ for orchestra and two percussionists (2009), „Music for trombone and orchestra (2010), sein Musiktheater für Kinder „Robin Hood“ (2012), das Quinett „Eunoia“ (2014) und das „Triple Concerto“ (2014) für Trompete, Posaune, Tuba und Orchester. Demnächst komponiert er ein Saxophonkonzert für Marcus Weiss mit dem Titel „Wittgenstein & Twombly“, das im Herbst 2017 uraufgeführt werden soll.

 

Sein hoher künstlerischer Anspruch, seine Virtuosität, seine ernsthafte, aber auch überaus charmante Persönlichkeit und sein Geschick im Umgang mit den Zuhörern begeistern das Publikum. Mit scheinbarer Leichtigkeit überwindet er immer wieder die vermeintlichen Klüfte zwischen U- und E-Musik. Das Spiel mit unterschiedlichsten Musikstilen und unerwarteten Verbindungen von Traditionellem und Zeitgenössischem eröffnet dem Publikum neue Zugänge zur Musik.

 

Seit langem arbeitet Svoboda mit dem Dramatiker Manfred Weiss zusammen, der die Libretti zu den beiden Opern „Der unglaubliche Spotz“ (2007) und „Erwin, das Naturtalent“ (2005/07) schrieb. Beide Stücke werden mittlerweile an vielen Theatern im In- und Ausland gespielt. Zurzeit arbeitet das Team Svoboda/Weiss zusammen mit dem Trickfilmmacher Matthias Daenschel an einem Auftragswerk für das Lucerne Festival: „Once around the world“. Die Uraufführung dieses Werkes für Orchester mit Animationsfilm findet im April 2017 statt und greift auf Postkartenmotive und Schellackaufnahmen aus den 1920er Jahren von Musikgruppen aus der ganze Welt zurück.

 

Zahlreiche Aufnahmen, die er als Solist oder auch mit dem Mike Svoboda Ensemble eingespielt hat, dokumentieren das Schaffen Svobodas als Musiker und Komponist. 2008 wurde er mit dem Praetorius-Preis des Landes Niedersachsen in der Kategorie „Musikinnovation“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte in ihrer Begründung, dass er sich „durch seine Ideen und Konzepte für die Weiterentwicklung der Musik und ihrer Aufführung international verdient gemacht“ habe.

 

Seit September 2007 ist Mike Svoboda Professor für Posaune und zeitgenössische Kammermusik an der Hochschule für Musik Basel.