Moon Child

(2025) 16' / für Frauenchor, Kinderchor (ad lib.) und Ensemble

Ein Auftragswerk des SUDWESTFUNK. Uraufführung am 3. Juli 2026 in Schwäbisch Gmünd mit dem SWR Vokalensemble und Ensemble Ascolta unter der Leitung von Benjamin Goodson

Programmnotiz

Moon Child ist ein Auftragswerk des SWR Vokalensembles, dessen Grundkonzeption maßgeblich davon bestimmt wurde, dass es in einem Programm mit Kurt Weills Berliner Requiem erklingen sollte. Während Weills Werk den Männerchor ins Zentrum stellt und den Blick auf Zerstörung und Tod richtet, wendet Moon Child für Frauenchor sich Erneuerung und Geburt zu.

Die Struktur von Moon Child folgt einem klaren Muster, A–B–A–B–A–Coda, das sich aus dem Gedicht selbst ableitet. Auf der Ebene des Texts umspielen die onomatopoetisch geprägten A-Teile den Beginn des Lebens. Lustvoll-klangdichtend wird die Menschwerdung als Prozess des buchstäblich kreativen Ordnens zelebriert. Dagegen sind die B-Teile dem Zufall gewidmet. Sie kontrapunktieren die spielerische Charakteristik der A-Teile, indem sie aus Zufallsoperationen gewonnenes Material verdichten. Damit erhalten beide Raum: das Planvolle wie das Zufällige. Der Frauenchor fungiert dabei als ein einziges, wandelbares Wesen, ein Organismus, der in drei zyklischen Verläufen seine klangliche Gestalt verändert. In dieses changierende Gewebe hinein erklingt vom Kinderchor (bei Aufführungen ohne Kinderchor: von den drei Soli) immer wieder dieselbe melodische Gestalt. Die sich stetig wandelnde klangliche Umgebung  beleuchtet diese klaren und schlichten Vokallinien immer wieder neu. Zwischen den gesungenen Abschnitten öffnet sich die Komposition zu instrumentalen Interludien: zu Momenten, in denen sich das Bewusstsein vom Semantischen weg und hin zum reinen Klang verschiebt.

Moon Child handelt nicht nur von Erneuerung, verstanden als quasi natürlicher Prozess, sondern ist zugleich eine persönliche Reflexion über die Hoffnung — über die stille Beharrlichkeit des Werdens.

Anne-May Krüger und Mike Svoboda im Februar 2026

Besetzung


Bass Clarinet in Bb (also Clarinet in Eb)
Contrabass Clarinet in Bb (also Clarinet in Bb)
Soprano Saxophone in Bb
Alt Saxophone in Eb (also Sopranino Saxophone in Eb)
2 Trumpets in Bb
each with Wawa (aka Harmon with stem), Harmon (aka Harmon or Wawa without stem), Straight, Cup, Pixie, and Plunger mutes
2 Trombones
each with Wawa (aka Harmon with stem), Harmon (aka Harmon or Wawa without stem), Straight, Pixie, and Plunger mutes
E-Guitar
with Volume, and Wawa Pedals, Whammy Bar, Bottle Neck, light brush, and effects: reverb, and others ad lib.
Fender Rhodes Piano 73 Key (or digital simulation and Master Keyboard)
with Sustain, Volume, and Wawa Effect Pedals

Children’s Choir (optional)

Treble Choir: Soprano, Mezzo-soprano, Alto

Performance Notes

Children’s Choir
Although the children’s choir is an essential element in the conception of the composition, it may be omitted since the material is also sung by the soloists.

Three Soloist
From within the choir, three soloist come forth for several passages. In the passage from bar 131 to 156, the soloist hold urns from with audio track is heard. The lids of the urns are opened (o) and closed (+) in the notated rhythm, filtering the audio.

Technic
In bars 131 to 156 an audio track is heard from Bluetooth speakers placed in three urns. The track can be played from any Bluetooth capable device, but a small mixer is recommended for balance.

Prerecorded Audio
The audio track is a mix of the music the children’s choir sings in bars 290 to 308.

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