Pas de deux

(2025) 12' / für Orchester

Ein Auftragswerk des Kammerorchester Basel und wir durch ihm unter der Leitung von Mike Svoboda am 09. März 2026 in Zürich uraufgeführt.

Programmnotiz

Mein Arbeitstitel «Evas and Adam’s dance fight at 288 beats per minutes» verweist auf die zentrale Bedeutung des Pulses als treibende Kraft dieses intensiven, zwölfminütigen Orchesterballetts Pas de deux. Getragen von einem verstärkten Kontrabass, der zentral in der Orchesterlandschaft positioniert ist, bildet der allgegenwärtige Puls von 288 bpm den Brennpunkt unseres rhythmischen Schweifens über die Tanzfläche. Pas de deux ist ein Wechselspiel zweier Kräfte: Adam und Eva, du und ich, sie und wir – ein Hin und Her, ein Schwanken und Drehen, ein Schieben und Ziehen. Das Stück zeichnet soziale Interaktion in ihrer grundlegendsten und zugleich freudvollsten Form nach: als Tanz, wie er in allen Kulturen der Welt gefeiert wird. Das Publikum ist eingeladen mitzutanzen oder wie ein Tänzer, der kurz aus dem Fest heraustritt, den Blick schweifen zu lassen: ihn mal auf einzelne Tanzpaare zu richten, mal in die Menge zu weiten und so das Ereignis als grossformatige Klangszenerie zu erleben. Die Entstehung von Pas de deux würde ich mit dem Nachwachsen eines Eidechsenschwanzes vergleichen – nur dass hier am Schwanz ein völlig neuer Körper nachwächst. In Anlehnung an die klassische vierteilige Ballettform gleichen Namens mit Entrée, Adagio, Variationen und Coda, wirbeln unsere beiden Protagonisten – Solovioline und Solovioloncello – durch die ersten drei Abschnitte. In der Coda, dem an den Schwanz nachgewachsene Körper, kreisen sie, tollen und taumeln, verstrickt in ein dynamisches Ringen um Standpunkte und Perspektiven, Ideen und Träume, bis sie schliesslich das ganze Orchester mit sich ziehen.  Als Kulminationspunkt paraphrasiere ich die Schlussszene meiner Oper «Adam und Eva», eine Proklamation individueller Freiheit, Verantwortung und Kreativität mit dem Mantra «love, beauty, serenity, novelty, mischief, and mirth» (Liebe, Schönheit, Gelassenheit, Neuheit, Unfug und Heiterkeit) die einem wilden, entfesselten Tanz gleicht.   – Mike Svoboda im Januar 2026

Besetzung

2 Flutes
2 Oboes
2 Clarinets in Bb
2 Bassoons
2 Horns in F
2 Trumpets in C
Percussion (one Clave, Vibraphone, Hi-hat, Kick-Drum)

Strings 6.5.4.3.2 (the 2nd with amplification and live-electronics)

Performance notes
The four sections — Entrée, Adagio, Variations, and Coda — are to be performed attacca, proceeding from one to the next without pause and without any change of underlying pulse.


All tempi are derived from a common unit of 288 beats per minute, heard throughout Pas de deux (most often in the solo double bass). The relationship is as follows: Tempo 58 has 5 impulses, 72 (4), 96 (3), and 144 (2).


Trumpets
The trumpets should play from behind the orchestra, positioned left and right to maximize the stereo effect.


Solo double bass
The solo double bass is positioned centrally behind the orchestra and amplified locally, so that the sound remains clearly localized there for the audience. In Variations, a delay patch is required. Otherwise, effects may be used moderately to enrich the sound, while keeping the sound of the double bass as clear as possible. The amplification and live electronics (effects) should be simple enough for the player to control independently.

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